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Home Geschichte

postheadericon Entwicklung des Handwerks in Sathmar

Aus alten Dokumenten geht hervor, dass Sathmar eine über 1000 jährige Geschichte hat.

Seit dem XIII. Jahrhundert erfreut sich Sathmar wirtschaftlicher und kommerzieller Sonderrechte, die zur Entwicklung des Handwerks und des Handels führten. Sathmar war ein wichtiges Zentrum der Zünfte.

Als die Zünfte gegründet wurden, war Sathmar in 2 Stadtteile eingeteilt: Sathmar und Mintiu. Das Gründungsdatum der Zünfte war in den 2 Bezirken unterschiedlich.

Die Zunft der Sattler wurde in Satu Mare im Jahr 1513, die Zunft der Schneider im Jahr 1525, die Zünfte der Gerber und Goldschmiede 1534, die Zünfte der Kürschner und Schmiede 1538, der Schuhmacher 1604, der Fassbinder 1637 und der Friseure 1657 gegründet.

In dem Stadtteil Mintiu wurden die Zünfte an folgenden Zeitpunkten gegründet: die Zunft der Sattler im Jahr 1514, der Schmiede, Waffenschmiede, Schlosser 1538, der Silberschmiede 1547, der Schuhmacher und Gerber 1557, der Kürschner 1558, der Schneider 1573 und der Weber, Tischler in 1642. Quelle „Reiseführer der Stadt Satu Mare“, D. Radosav, 1984.

Ähnlich wie heutzutage, als sich Firmen und Betriebe zu verschiedenen Verbänden, Föderationen zusammenschließen, haben sich auch in Vergangenheit die Handwerker in Zünften organisiert, die besser ihre Interessen vertreten konnten. Einige der ehemaligen Handwerke existieren heute nicht mehr, andere haben ihre Tradition bewahrt und wiederum weitere haben eine andere Form, entsprechend den neuen Veränderungen der Welt, angenommen.

Belege einer Zunftexistenz gibt es auch aus der Zeit der k.u.k. Monarchie.

Ungarische und österreichische Intellektuelle und Wissenschaftler, die über die Geschichte unseres Kreises berichteten, betonten auch immer die Wichtigkeit des Handwerks. Szirmay Antal, Ratsherr des Österreich-Ungarischen Reiches, erwähnte in seinem Buch “Sathmar - Lage, Geschichte, Gesellschaftsleben”, dass neben Kaserne, Rathaus, Postamt auch andere wichtige Gebäude existierten: 7 Wassermühlen und mehrere Metzgereien, die von den Handwerkern gemietet wurden. Handel wurde insbesondere von den Armeniern und Juden betrieben. „In der Stadt gibt es 60 Läden, die Handwerker üben verschiedene Berufe aus wie: Uhrmacher, Schuster, Schneider, Sattler, Schlosser, Metzger, Maler, Schornsteinfeger, Bäcker, Baumeister, Glaser, Schleifer.“

Dr. Borovszki Samu berichtete in seinem Buch „Monographie der Stadt Sathmar” über Existenz folgender Handwerke: Schuster, Schneider, Buchdrucker. Diese Handwerke waren Ende 1800 gut entwickelt.

Um die o.g. Aussagen zu unterstützen, fügen wir diesen Informationen Verzeichnisse der Handwerker und Fotos der Zunfttruhen bei.

Leider wurden die Handwerksbetriebe mit Beginn der kommunistischen Zeit aufgelöst. Die Handwerker wurden gezwungen, ihren Beruf aufzugeben und in verstaatlichten Betrieben zu arbeiten. Im Raum Sathmar sind nur wenige Handwerksbetriebe geblieben, besonders im Vergleich zu den anderen Ländern, (wie Ungarn), die größeren Wert auf ihre Entwicklung gelegt haben, geblieben.

In viele Ländern Ost-Europas, wird die Entwicklung des Handwerks gesetzlich geregelt. In den letzten Jahren wird auch im Mittel-und Osteuropa die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Mittelschicht - bestehend zu großen Teilen aus Kleingewerben, Handwerksbetrieben - gefördert.

Weil die Kleinbetriebe eine zentrale Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung spielen, neue Arbeitsplätze schaffen, Innovationen vorantreiben, flexibel sind, Konkurrenz fördern, Dienstleistungen anbieten, ist eine organisierte Interessenvertretung und Beratung auf EU Ebene der der Handwerksbetriebe von großer wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung. Die Handwerkskammer Sathmar leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

Quelle: Kreismuseum Sathmar

 
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